Kirgise (Kirgiz / Kirgizkaya) - 130 - 142 cm Stm.

 

Kirgise (Kirgiz / Kirgizkaya) - 130 - 142 cm Stm.

Das Kirgisenpferd, das nicht nur in Kirgisistan für fast alle Zwecke (Reitpferd, Milchproduktion, Packpferd, Zugpferd) eingesetzt wird, ist vor allem ein anspruchsloses, gebirgstaugliches, zuverlässiges und trittsicheres Reitpferd auch in schwierigem Gelände. Kirgisen sind in Kirgisistan, Kasachstan, Tadschikistan und China anzutreffen.

Leider sind - wie fast alle ehemals sowjetischen originalen Pferderassen - auch die Kirgisen vom Aussterben bedroht und in ihrer ursprünglichen Form nur noch selten anzutreffen. Die überwiegend mit englischem Vollblut veredelte Form der kirgisischen Landrasse wird als Nowokirgise in Stutbüchern registriert.

Noch 1923 wurde die Anzahl der Kirgisenpferde auf ca. 2,5 Millionen geschätzt. Kirgisen sind gesund, langlebig, leichtfuttrig, einfach im Umgang und Haltung und trotzdem schnell und ausdauernd. Ihre Hufe sind hart und gesund. Kirgisen sind Spätentwickler und mit etwa fünf Jahren ausgewachsen. Da sie immer im Freien gehalten werden, sind sie an strenge Winter und geringe Nahrungszufuhr angepasst und nur die härtesten Pferde haben diese Strapazen überlebt, so dass eine natürliche Selektion statt fand.

Zur Zeit gibt es nur wenig originale Kirgisen und selbst die Verantwortlichen in Kirgisistan bemerkten, dass eine Zuchtsicherung dringend erforderlich ist. Daher werden Kirgisen jetzt mit anderen Rassen gekreuzt, um die Rasse zu reanimieren.

Der Kirgise entwickelte sich aus einer uralten regionalen Landrasse und ist verbunden mit der Geschichte des kirgisischen Volkes; ein Volk das weite Gebiete als Nomaden mit Viehzucht und Weidehaltung mit Pferdehirten in gebirgigen Gegenden in etwa 4.500 m Höhe umherzog. In Südsibirien und im Altai wurden Knochen dieser originalen Pferde aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. gefunden, also lange bevor die Mongolen diese Region erreichten.

Der Kirgise ist ein typisches Gebirgsreitpferd, das auch mit seinem Interieur und Exterieur gut an diese Landschaft angepasst ist: abfallende Kruppe, kuhhessige Stellung der Hinterbeine, außergewöhnlich harte beccherförmige Hufe, quadratische Körperform, ruhiges Temperament, aufmerksam und besonnen in schwierigem Gelände und mutig und sicher durch reißende, kalte Gebirgsbäche watend. (Video)

Und, wie viele eurasische Pferderassen auch, haben die meisten Kirgisen die Veranlagung Pass und Tölt zu gehen.

Die schwierigste Zeit für die Pferde ist der Winter, da sie nur wenig Nahrung in den schneebedeckten Gebirgstälern finden und eisigem Frost und kalten Winden widerstehen müssen. Daher müssen sie rechtzeitig genügend Fett ansetzen, da magere Pferde den Winter nicht überleben werden. Daher erhöhen sie bereits im Sommer ihr Gewicht, um den Winter gesund zu überstehen.

Der Kirgise ist ein kompaktes Pferd mit relativ kurzen Beinen, aber ausgeprägten starken Gelenken. Der Kopf ist verhältnismäßig groß mit einem graden Nasenprofil, der Hals kurz und muskulös, Der Widerrist ist nicht gut ausgeprägt, der Rücken ist gerade, oft auch als Karpfenrücken, der Rumpf ist tonnenförmig, die Brust tief und breit. Die kleinen harten Hufe erlauben es den Pferden sogar, unbeschlagen auf steinigen Pfaden zu gehen, ohne Schaden zu nehmen.

Überwiegende Fellfarben in dieser Pferderasse sind Braune, Schimmel, Füchse und Falben in den Grundfarben, auch andere Farbvarianten kommen vor.

Es fiel auf, dass Pferden, denen man im sechsten Lebensjahr ein besseres Futterangebot vorsetzte, noch einmal an Größe zunahmen.