Eine unbekannte Rasse
- das Wiatka-Pferd

mittelgroße, nördliche Waldponyrasse -
Ursprünge 17. Jhd. - nordruss. Wjatkagebiet

Eine weniger bekannte Rasse der ehemals sowjetischen Pferderassen ist der Wiatka, oder das Wiatka-Pferd, das im Nordwesten Rußlands, in der Region um die Städte Wjatka, Perm, und die Republik Udmurtien, beheimatet ist. Daß diese Rasse gerade dort entstand, ist kein Zufall, da an den Ufern der Wjatka und ihrer Zuflüsse herrliche Feuchtwiesen liegen.

Wjatkas waren u. a. die Pferde der Troikas (Dreispänner mit parallel angespannten Pferden), die über ein weitverzweigtes System von Stationen (Jams) Post und Passagiere beförderten.

Die Pferde haben einen kurzen aber schnellen Trab, der sehr effektiv für Fahrten auf den verschneiten Landwegen des Nordens war. Die besten Troikas benötigten für 3 Werst (etwa 3,2 km) 6 Minuten und für 6 Werst (ca. 6,4 km) 12 - 13 Minuten.

In der Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Wiatka-Pferde über die Grenzen ihres Zuchtgebietes hinaus bekannt und beliebt. Man rühmte sie als Troika-Pferde und setzte sie zur Veredelung von schweren Landschlägen (Kaltblutpferden). Einige von ihnen gelangten sogar zu polnischen Züchtern. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verschwand die Rasse mit der Auflösung des Jam-Systems fast vollständig.

Im 20. Jahrhundert wurde in der Sowjetunion die Pferdezucht wieder gezielt gefördert, was sich auch für die Wiatka-Pferde positiv auswirkte. Es wurden Zuchtstationen gegründet, gezielte Untersuchungen angestellt und die Herausgabe eines Stutbuches für 1945 beschlossen.

(Negativen Einfluß hatten die zahlreichen Einkreuzungsversuche mit Trabern und Kaltblütern.)

Das Wiatkapferd hat einen trockenen, edlen Kopf, eine breite Stirn und ein gerades, manchmal gewölbtes Profil. Der Hals ist kurz und kräftig und hat oft eine steile Wölbung, die Brust tief und breit,. Der Widerrist ist von mittlerer Größe. Die Widerristhöhe beträgt 137 - 141 cm. Der Rücken ist breit und lang, Wiatka-Hengst

der Rumpf breit und tief. Die Beine sind kurz, kräftig, fest und mit guten Hufen. Die Hinterbeine sind oft säbelförmig. Mähne und Schweif sind lang und dicht, nicht selten findet man auch Fesselbehang. Den Wiatka gibt es als Rappen, Braunen, Fuchs, Falben, Mausgraue und stichelhaarig.

Wiatka-Ponies sind anspruchslos, energisch, von gutem Charakter und zeichnen sich durch einen flachen, rasanten Trab aus. Durch Kreuzungsversuche mit Orlow-Trabern und Kaltblütern sind reinrassige, dem norwegischen Fjordpferd ähnliche Wiatkas heute äußerst selten geworden.