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Karabaghhorses Scholian - Germany

 

 

Inturist, *1985

Karabaghstute Sirli *2006

 

Goldene Pferde aus Aserbaidschan - golden horses out of Azerbaijan Karabaghpferde - in Westeuropa   

Als private Züchterin in Deutschland und Initiatorin der IG Karabagh möchte ich gerne zum Erhalt der originalen Karabaghpferde beitragen, soweit es in meiner Macht steht. Daher bemühe ich mich um die Zucht von Pferden mit größtmöglichem Anteil an "*altem, originalen Karabaghblut*". Leider sind hier in Westeuropa die Möglichkeiten dazu sehr eingeschränkt, da eine Einfuhr von Pferden oder Gefriersperma aus Aserbaidschan wegen der aktuellen Gesetzeslage der EU (2014) nicht möglich ist und selbst in Aserbaidschan bereits Pferde mit hohem Anteil an originalem Karabaghblut schon sehr selten sind.
Ausgehend von 7 aus Aserbaidschan importierten Karabaghpferden, die in Westeuropa in der Zucht eingesetzt wurden und werden, war und ist es nicht leicht, eine einigermaßen solide Zuchtbasis zu erstellen, ohne allzu viel Araber einzukreuzen, bzw. in eine hochgradige Inzucht zu kommen. Von diesen 7 Pferden waren, bzw. sind 6 Hengste und eine Stute, was die Sachlage weiter verschärft. Die Pferde, die heute noch in der Zucht sind, bzw. sein könnten, weil ja nicht jede/r Stutenbesitzer auch gleichzeitig ein /e Züchter/in ist, sind mit dem zugehörigen Pedigree auf der Webadresse
www.karabagh.info unter dem Menü Karabaghen in Europa zu finden.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass außer den wenigen bereits mehr oder weniger arabisch beeinflussten Pferden aus dem Originalzuchtgebiet, die der Zucht zur Verfügung stehen, diese zum Teil leider auch noch stark miteinander verwandt sind:

 

Ada, Hengst, *2010, stark verwandt in Mutter- und Vaterlinie mit Gartal und Inturist (über Kjapaz von Veksel ox / Paris)

Gartal, Hengst, *2010, Arabo-Karabagh, stark verwandt mit Ada und Inturist in Mutter- und Vaterlinie (über Veksel ox / Paris),

Inturist, *1985, verstorben 2009, Hengst, nur noch Gefriersperma vorhanden, verwandt (über Paris) mit Ada und Gartal --> Pedigree: http://www.karabagh.info/BilderStammbaum/pedigrees-jpg/inturist.jpg

Peshwaz, *1982, verstorben 2012, Hengst, nur noch Gefriersprema vorhanden, verwandt mit Stute Sliva (über Sal-Sal)

Piston, *1984, verstorben, Hengst, nur in den Genen einer Haflinger-Karabagh-Kreuzungsstute Agiu vorhanden **

Susanin, *1982, verstorben, Hengst, verwandt über Vater Sal-Sal mit Sliva und Peshwaz, nur noch in den Genen der Taigatöchter vorhanden

Sliva, Stute, *1986, verstorben 2010, verwandt mit Taiga und Peshwaz (über Sal-Sal) drei weibliche Nachkommen in erster Generation, zwei davon mit Peshwaz, eine mit Inturist

 

Seit Dezember 2019 sind noch 4 weitere aserbaidschanische Stuten in Deutschland eingetroffen: Arizona (*2007), Ashirma (*2008), Solgun (*2008) und Surmeli (*2010), um unseren schmalen Genpool zu verstärken. Wir haben uns über das Geschenk aus Aserbaidschan sehr gefreut.

 

 Alle Nachkommen sind daher mit diesen Pferden mehr oder weniger verwandt und haben zum Teil schon selbst einen Inzuchtkoeffizienten von 5 – 7 %.

* typische Karabaghpferde wurden im Jahr 1948 von sowjetischen Veterinäringenieuren aus verschiedenen Beständen des Landes Nagorny-Karabagh rekrutiert und zu einem Gestüt ("Agdam" - in Berg-Karabagh) zusammengefasst.

** In dieser prekären Situation der Zucht, die eigentlich bereits an ihrem Ende angelangt ist, müssen auch unorthodoxe Zuchtmethoden in Erwägung gezogen werden, um die Rasse "Karabagh" weitestgehend zu stabilisieren. Dies kann meiner Auffassung nach nicht erfolgen, indem weitere Vollblutaraber (typisches Steppen und Rennpferd der Ebene) eingekreuzt werden, die den typischen Karabagh immer mehr arabisieren, sondern mit Bergpferden die den karabaghischen Typ verkörpern, wenn möglich aus der Umgebung des Originalzuchtgebietes; es sollte vorsichtig ein Outcross angestrebt werden, der -ähnlich wie bei Edelbluthaflingern- nur einen geringen Prozentsatz (6,25 %) des Pedigrees ausmachen darf.

Ursprungsregion: Aserbaidschan, Berg-Karabagh

Rassebeschreibung: Der Karabagh ist ein mittelgroßes, edles Hochgebirgspferd mit herausragender Reiteignung. Seine Ahnen sind turkmenische, arabische und persische Pferde.

Der trittsichere und wendige Allrounder beweist besonders in schwierigem Gelände Ausdauer und Härte. Er eignet sich für den Distanzsport, Gelände- und Wanderritte, ebenso wie für das Westernreiten und Working Equitation. Traditionell wird die Rasse auch im Polospiel (Chovgan) eingesetzt, lernt sehr schnell Zirkuslektionen und reagiert auf kleinste Signale.

Stockmaß: Im Ursprungsland 1,43 m bis 1,51 m, in westeuropäischen Aufzuchtgebieten werden häufig 1,55 m erreicht. 

Eigenschaften und Charakter: Der Karabagh ist relativ sensibel und zeichnet sich durch Umgänglichkeit und Besitzertreue aus. Fremden gegenüber ist er eher zurückhaltend. Als Gebirgspferd wird ihm bescheinigt, in Gefahrensituationen zu erstarren, wo andere Pferde die Flucht ergreifen. Obwohl er dadurch eine Lebensversicherung im Gelände ist, eignet er sich nicht für Anfänger.

Exterieur: Die ausbalancierten Quadratpferde haben bei gut ausgeprägtem Widerrist einen kurzen Rücken, der in eine runde, leicht abfallende Kruppe mit tief angesetztem Schweif übergeht. Der Kopf mit großen, ausdrucksvollen Augen hat ein eher langes, gerades Nasenprofil, kräftige Wangenknochen und eine leicht vorgewölbte, breite Stirn. Die Ohren sind lang und schmal, stehen eher weit auseinander und kippen bei Pferden alter Linien charakteristisch zur Seite. Der Brustkorb ist breit und tief, die Beine trocken mit einem Röhrbeinumfang von ca. 16,5 - 18,5 cm im Ursprungsland, in Westeuropa bis 19,5 cm Der Unterarm ist auffallend lang, die Gelenke kräftig und die Hufe wohlgeformt,  mit kräftigem Horn.

Farbe: Überwiegend Füchse, seltener Braune, zumeist als Falben. Legendär ist bei den Karabaghen die Goldfärbung. Sie ist eine Kombination aus der Falbaufhellung mit Metallglanz, der sich aus einer Genmutation erklärt. Dadurch wird das Haar seidig weich und das Sonnenlicht in einer besonderen Form gebrochen, die besonders im Sommer als Goldschimmer wahrgenommen wird. Im Winterfell wird das Unterhaar wollartig dicht und teilweise lockig, bleibt aber kurz. Es gewährt der Rasse auch in Offenstallhaltung ausreichend Schutz und trocknet nach schweißtreibenden Ritten verhältnismäßig schnell ab. Abzeichen sind bei den Karabaghen erwünscht, Stichelhaare kommen vor.

Gänge: In der Ursprungszucht wurde viel Wert auf bequeme Gangarten gelegt, zudem sollte der Schritt mindestens neun Kilometer pro Stunde erreichen. Besonders in alten Linien kommen neben den gewöhnlichen Grundgangarten Tölt und Pass vor. Der Trab ist raumgreifend, dennoch leicht zu sitzen, der Galopp wird weich und flach gesprungen. Zugunsten der Energieersparnis verzichtet der Karabagh auf spektakuläre Aktionen.   

 

 Gedanken zur Zucht  Wenn wir weiter züchten wollen, kommen wir in arge Bedrängnis mit entweder einem hohen Inzuchtkoeffizient, oder mit einem hohen Araberanteil, der schon jetzt die für die Zucht von Karabaghpferden erträgliche Grenze (75%) bei einigen Pferden überschreitet. Da wir keine Araber züchten wollen, uns aber dieser Rasse zwangsläufig immer mehr annähern, scheint es geboten, einen vielleicht unkonventionellen, aber auch in Aserbaidschan bereits angewandten Weg zu beschreiten: Einkreuzen von Fremdblut.

Das Stutbuch der Karabaghen ist  N I C H T geschlossen, daher ist vorsichtiges Einkreuzen von Fremdblut möglich. Leider haben wir hier in Westeuropa jedoch von den in Aserbaidschan eingekreuzten und sicher den Karabaghen genetisch näher stehenden Rassen (Deliboss, Shirvan oder Quba) keine Exemplare “vorrätig”. Erfreulicherweise fand ich in Südtirol eine Stute, die aus meiner Sicht einen hohen Anteil des genetischen Pools eines Karabaghhengstes “Piston” aufwies, der für mich als Karabaghzüchterin so wertvoll für eine Weiterzucht war, dass ich nach einigen Überlegungen zu dem Entschluss kam, dass diese genetische “Auffrischung” in unserem schmalen Genpool nach einigen Generationen (nach 6 Generationen ist von dem Fremdblut nur noch ein 1/2^6 = 1/64) Anteil vorhanden, der dann kaum noch nachzuweisen ist) besonders wichtig sei. Ich kaufte diese Haflinger-Karabagh-Stute, da deren Vater zum einen mit keinem der anderen verwandt war, einen relativ hohen originalen Karabaghblutanteil von 24/32 hatte, aber leider zu diesem Zeitpunkt nicht mehr existierte.

Karabaghpferde, die den 75%-Araberanteil (man beachte!!!) bereits überschritten haben sollten m. E. nicht weiter mit Vollblutarabern gekreuzt werden, da dies dazu führt, diese Pferde der Rasse Araber mehr anzunähern, als dies gut tut, zumal der Araber als ein Flachland-Steppen- / Wüstenpferd gezüchtet wurde, der Karabagh hingegen ein trittsicheres, wendiges, Gebirgsreitpferd war und auch bleiben sollte. Wichtig ist daher sicher auch, auf welche Eigenschaften des Karabaghen verstärkt geachtet werden sollte und welche Mängel (die möglicherweise auch inzuchtbedingt sind) auf jeden Fall ausgemerzt werden sollten:

...Deshalb sollte bei der Hengstauswahl zur „Ur-Entscheidung des Züchters“ zurückgegangen werden, in der die Parameter (Gebäude, Bewegung, Verhalten, Umgang, Trainierbarkeit, Leistung, Erfolge) der Stute mit der des Hengstes verglichen werden. Der Hengst soll ja die Nachkommen der Stute „besser machen“, also sollte er in den schwachen Bereichen der Stute in jedem Fall besser sein. ...

Quelle: 

Regina Käsmayr / Helmut Schmaus-Gerstenberg

Gedanken zur Karabaghzucht (Silke Dehe)

Interessant ist auch ein Abschnitt in Graf von Wrangels "Buch vom Pferde 1" (1908) auf Seite 11: "Auf diese Frage (Anm.: ...der Einkreuzung von Arabern...) erteilte die Gestütsverwaltung 1862 im livländischen Landtage folgende Antwort: "Der Araber kann als ausgesprochener Reitschlag .... nur dort verwendet werden, wo breite massige Stuten der Zugabe von mehr Trockenheit, Energie und Feuer in Muskeln, Blut und Temperament bedürfen. An Formen, Trockenheit, Energie und mutvoller Ausdauer steht aber der ausgezeichnete Klepper dem Araber kaum nach. Er ist ihm außerdem..... an zäher Unverdrossenheit, an ruhigem An- und Fortschleppen, an Futterverwertung und an gesunder Genügsamkeit, selbst bei schlechter Qualität des Futters, sowie auch an Härte gegenüber klimatischen Unbilden unvergleichlich überlegen. ...."

Natürlich handelt es sich in diesem Beitrag um livländische Klepper (alte Bezeichnung für Pferde über das Ponymaß hinaus), jedoch lässt es sich nahe zu 1:1 auch auf die Rasse der Karabaghen übertragen, die durch fortwährendes Einkreuzen von arabischem Vollblut ihre jahrhundertealten, genetisch fixierten Eigenschaften Härte gegenüber klimatischen Unbilden, gesunde Genügsamkeit und außergewöhnliche Gebirgspferdeeigenschaften verlieren.

Verenas Pferde: hier

Karabaghen gibt es seit mehr als 1500 Jahren. Sie waren für Eurasien das, was die Araber für Europa sind: Veredler für andere eurasische Rassen. Sollten Sie diese Rassen nicht kennen, dann besuchen sie die Internetseiten der IG Karabagh http://www.karabagh.info/pferderassen.htm.

Brief aus Ryazan, Mr. Gasanov Blatt 1Blatt 2

 

Goldene Pferde aus Aserbaidschan -

golden horses out of Azerbaijan
 

Karabakh-Pferde sind für Eurasien das, was Arabische Vollblüter für Europa sind: sie veredeln die regionalen Rassen. Karabakhblut fließt nicht nur im Donpferd, sondern genauso auch in den Dillbosspferden, den Orlowtrabern, den Streletzker Arabern, den Kabardinern, Terskern, und natürlich auch über die Don auch in den Budjonnys.
Die karabakhische Rasse des 19. Jahrhunderts war wie jede andere nicht einheitlich. Ihre Wurzeln entstammten persischen, arabischen und turkmenischen Pferden. Demzufolge gab es turkmenische, arabische und persische "Linien", die sich unterschiedlich vererbten. --> Info: www.karabagh.info/karabagh.htm
Über die Ausdauer und Schönheit der Karabakhen erzählen volkstümliche Erzählungen aserbaidschanischer Dichter: Bekannt in der westlichen Welt ist zum Beispiel das Werk von Kurban Said: "Ali und Nino", in der folgendes zu finden ist: "Ein Pferd mit schmalem, kleinem Kopf, hochmütigen Augen, schlankem Rumpf und den Beinen einer Balletttänzerin stand vor mir, rotgolden schimmerte sein Fell in den schrägen Strahlen der Sonne...."
Auch andere Autoren berichten im 19. Jahrhundert, bzw. anfangs des 20. Jahrhunderts über das Karabaghpferd; wie zum Beispiel Marian Graf Hutten-Czapski in seinem Werk "Geschichte des Pferdes", Simonoff / von Moerder in ihrem Buch: "Russische Pferde" , Graf C. G. Wrangel: "Buch vom Pferde 1" oder "Buch der Pferderassen 2", sowie Carl Freytag in "Russlands Pferderacen"

 

 

 

   Karabaghstute         Sibel *2020

Serko, *2010
Sagh-ol, *2013
Salam, *2017
Karabaghstute Ilkay *2019
 

Karabaghstute Ipek*2012

Karabaghstute Perestroika *2010